Consti und Juni glänzen in den Top 35
Zwei starke Einzelleistungen am anspruchsvollen Spitzingsattel zeigen das Potenzial des Teams. Platz 15 im Gesamtklassement lässt Raum für Verbesserung.
Von Maxi
Die Anreise zum zweiten Bundesliga-Wettkampf der Saison begann turbulent. Gut gelaunt machte sich das Team am Freitagmorgen auf den Weg Richtung Süden, eine gute Stunde südlich von München zum Schliersee. Die längste Anfahrt der Saison sollte es werden. Doch der Verkehr machte einen Strich durch die Rechnung. Statt um 19 Uhr bezog die Mannschaft erst deutlich nach 23 Uhr die Zimmer am Spitzingsattel. Die gute Laune blieb trotz der Strapazen erhalten.
Professionelle Vorbereitung am Samstag
Der Samstag stand ganz im Zeichen der akribischen Streckenerkundung. Nach ausgiebigem Ausschlafen und einem ausgedehnten Frühstück machten sich die Athleten daran, das anspruchsvolle Terrain kennenzulernen. Mit einem lockeren Lauf erkundeten sie die Strecke am Spitzingsee, fühlten die Höhenluft, testeten den Untergrund.
Nach einer kurzen Mittagspause folgte die Radstrecke. Die Jungs fuhren die Abfahrt bergab, die es am nächsten Tag in umgekehrter Richtung zu bezwingen galt. André, Nathalie und Maxi folgten im Auto und transportierten die Schwimmsachen. Am Schliersee wartete bereits der tschechische Starter Lukas. Gemeinsam begutachtete das erweiterte Team die 750-Meter-Schwimmstrecke, diskutierte Strömungsverhältnisse und optimale Schwimmlinien.
Während André die obligatorische Teamleitersitzung absolvierte und sich der Rest der Mannschaft im Hotel frisch machte, stand der Abend im Zeichen der finalen Vorbereitung. Auf Andrés Tipp kehrte das Team in Bayrischzell ein. Bei gutem Essen versorgte der Trainer seine Schützlinge mit den letzten taktischen Anweisungen und mentaler Vorbereitung. Von der Höhenluft geschafft, ging es früh zu Bett. Der Körper brauchte Regeneration für den bevorstehenden Härtetest.
Ein Rennen der Extreme
Sonntag, Raceday. Die Herausforderung war außergewöhnlich: 750 Meter schwimmen im Schliersee, dann 15,5 Kilometer Radfahren mit einem finalen 3,8 Kilometer langen Anstieg zum Spitzingsattel. Durchschnittlich neun Prozent Steigung warteten auf die Athleten. Anders formuliert: unten schwimmen, mit dem Rad nach oben kurbeln, dort auf 1.100 Metern Höhe laufen.
Die Sackgassenlage des Spitzingsattels erforderte logistische Präzision. Das Betreuerteam musste sich aufteilen, um die Athleten sowohl unten beim Start als auch oben beim abschließenden Lauf optimal zu unterstützen. Maxi fuhr bereits kurz nach acht Uhr mit dem Auto ins Tal. Die Athleten folgten nach dem Einrichten der zweiten Wechselzone mit ihren Rädern.
Nervöse Spannung vor dem Start
Nach dem obligatorischen Einschwimmen und Einlaufen standen alle angespannt, aber hochmotiviert zum Line-Up bereit. Die Nervosität war spürbar, die Vorfreude ebenso. Pünktlich um 12:45 Uhr fiel der Startschuss.
Während Maxi das Gepäck der Athleten übernahm und ins Auto verfrachtete, warteten André und Nathalie oben an der zweiten Wechselzone auf erste Meldungen von unten. Die Kommunikation lief über Handy, jede Information über Zwischenzeiten und Positionen war Gold wert.
Constantin führt das Team an
Mit den Taschen unterm Arm wartete Maxi auf die ersten Wasserwechsler. Lange dauerte es nicht. Constantin kam als Erster des Teams aus dem Schliersee, dicht gefolgt von Juni. Constantin schaffte den Anschluss an die zweite Radgruppe, ein wichtiger taktischer Vorteil. Juni verpasste diese Gruppe knapp und musste in der dritten Gruppe fahren, zu der Lukas von hinten aufschloss.
Friedrich stieg als vierter Athlet des Teams im hinteren Mittelfeld aus dem Wasser. Robbin erwischte einen schwierigen Start und kam mit deutlichem Rückstand als Letzter aus dem See. Das Publikum honorierte seinen Kampfgeist mit Sonderapplaus. Nun begann für ihn die einsame Aufholjagd.
Der Berg als Richter
In den Radgruppen blieb das Tempo bis zum Anstieg moderat. Doch mit Beginn der Steigung entfaltete sich das eigentliche Rennen. Hier trennten sich Spreu und Weizen, hier zählte pure Kraft und mentale Stärke.
Constantin und Juni zeigten ihre ganze Klasse am Berg. Beide arbeiteten sich kontinuierlich nach vorne und wechselten nahezu zeitgleich in den Top 20 vom Rad auf die Laufstrecke. Ein starkes Statement, das Hoffnung auf gute Platzierungen machte.
Die anderen drei Athleten kämpften am steilen Anstieg deutlich mehr. Die Beine brannten, die Lunge schmerzte. Doch alle hielten tapfer durch. Robbin gelang es sogar noch, einige Konkurrenten einzusammeln und Positionen gutzumachen. Sein Kampfgeist zahlte sich aus.
Warten auf Zwischenstände
Während André und Nathalie oben die Athleten empfingen und anfeuerten, saß Maxi im Auto und wartete auf Zwischenstandsmeldungen. Die Informationslücke war schwer auszuhalten. Jede Nachricht wurde sehnsüchtig erwartet, jede Position mental durchgerechnet.
Der Lauf als Qual
Vom brutalen Radanstieg gezeichnet, hatten alle Athleten im abschließenden Lauf mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Die Beine waren schwer, die Reserven aufgebraucht. Große Sprünge nach vorne waren nicht mehr möglich. Nur Robbin konnte seinen Aufwärtstrend fortsetzen und noch einige weitere Athleten überholen.
Zwei Gesichter im Ziel
Die Zieleinläufe offenbarten die Ambivalenz des Wettkampfes. Constantin lief auf einem starken 29. Platz ein, Juni folgte als 35. Zwei Platzierungen im vorderen Mittelfeld, die Qualität und Form unter Beweis stellten. Weiter hinten kamen Lukas auf Rang 64, Robbin auf Platz 70 und Friedrich auf Position 72 ins Ziel.
Das Teamresultat fiel ernüchternd aus: Platz 15 von 16 Teams. Mit gemischten Gefühlen nahm die Mannschaft diese Platzierung auf. Einerseits die herausragenden Einzelleistungen von Constantin und Juni, die zeigten, was im Team steckt. Andererseits zu viele Platzziffern in der Gesamtrechnung, die ein besseres Teamranking verhinderten.
Schnelle Heimreise
Ohne viel Zeit zu verlieren duschten die Athleten noch im Hotel, packten alle Taschen und Räder und machten sich auf den Heimweg. Die Stimmung war nachdenklich, aber nicht niedergeschlagen. Die Analyse würde folgen, der Fokus richtete sich bereits auf das nächste Rennen.
Die Durchfahrt verlief problemlos, deutlich besser als die Hinfahrt. Trainer André hatte Maxi ermahnt, keinen Roman zu schreiben. Die Jungs bleiben trotz des durchwachsenen Ergebnisses fleißig am Ball. Die Arbeit geht weiter, die nächste Chance kommt bald.
Ausblick: Revanche in Düsseldorf
Der nächste Wettkampf bietet die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. In Düsseldorf müssen die hinteren Platzierungen besser werden, damit die Stärke der Spitzenathleten auch im Teamranking zum Tragen kommt. Das Potenzial ist vorhanden, Constantin und Juni haben es eindrucksvoll bewiesen. Nun gilt es, das gesamte Team näher zusammenzubringen und als geschlossene Einheit aufzutreten.
